Die Gemeinderatssitzungen in der Gemeinde Wegscheid würden deutlich mehr Öffentlichkeit vertragen. Die gegenwärtige Praxis ist wenig bürgernah und nicht zufriedenstellend. Sieht man etwas über den Wegscheider Tellerrand hinaus, dann wird man staunen, was in anderen Gemeinden möglich ist.
In der Gemeinde Wegscheid gibt es, wie in vielen anderen Gemeinden, in Gemeinderatssitzungen einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Teil.1 Grundsätzlich haben Gemeinderatssitzungen öffentlich zu sein. Beratungen und Beschlüsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit sollten Ausnahmen darstellen. Das ergibt sich aus Art. 52 Abs. 2 Satz 1 BayGO: Die Sitzungen sind öffentlich, soweit nicht Rücksichten auf das Wohl der Allgemeinheit oder auf berechtigte Ansprüche einzelner entgegenstehen.
In Wegscheid gibt es innerorts keine Nahversorger mehr. Diese befinden sich mit Ausnahme eines Naturkostladens alle außerhalb der geschlossenen Ortschaft in einem dafür ausgewiesenen Sondergebiet. Die Gemeindepolitik hat das mitzuverantworten. — Nachdem EDEKA Brückl in der Dreisesselstraße mit Jahresende 2025 das Geschäft zusperrte, damit auch die Feinkost und die einzige Bäckerei samt kleinem Cafe und am Marktplatz die Metzgerei Reichart, gibt es keine Möglichkeit mehr, auf kurzem Weg zu Fuß innerorts Einkäufe zur Deckung des täglichen Bedarfs zu erledigen.1
Bürgermeister:innen und Gemeinderät:innen tun nicht selten so, als hätten sie kaum wirklich Entscheidungsfreiheit. Da gäbe es das Landratsamt, die Regierung von Niederbayern und die bayerische Staatsregierung gegen die sich die Gemeinde nicht effektiv durchsetzen könnte, geschweige gegenüber dem Bund. — Die Tatsachen sind andere.
Im Oktober 2025 ist bekannt geworden, dass die letzte Metzgerei im Ortsgebiet zum Jahresende schließen wird und ebenso der Nahversorger EDEKA Brückl, gegenüber dem Altersheim gemeinsam mit der im Einkaufsmarkt eingemieteten Bäckerei samt kleinem Cafe. Ende Januar 2026 wird die Postfiliale in der Dre...
Der Bebauungsplan Ebenäcker von 1969 wurde in den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit den 1990er Jahren durch Bebauungsplanänderungen teilweise ausgehebelt. 2023 gab es allein bei diesem Bebauungsplan bereits 26 sogenannte Deckblätter, die die Bebauungsplanänderungen dokumentieren. Dazu gibt es s...
Mit dem „Ersten Modernisierungsgesetz Bayern” will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bürokratie abbauen. Das ist jedoch eine Augenauswischerei, denn in vielen Fällen wird Bürokratie lediglich von der Landesebene mehr oder weniger auf die Ebene der Kommunen verschoben. Die Kommunen und ihr...
1969 wurde für Wegscheid der Bebauungsplan Ebenäcker erstellt. Es gab seither zwar eine erstaunliche Anzahl an Bebauungsplanänderungen (sogenannte „Deckblätter”), wie beispielsweise im Zusammenhang mit dem geplanten Seniorenzentrum in der Adalbert Stifterstraße, aber der Bebauungsplan ist imme...
Es scheint, als verstünden Bürgermeister:in und Gemeinderät:innen Wegscheider Gemeindepolitik als „Privatsache”. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man das kommunale Geschehen aufmerksam verfolgt.
Bei Gemeinderatssitzungen gibt es einen öffentlichen und einen nicht öffentlichen Teil....
Mit allen Mitteln versucht die Gemeindepolitik ein zweites Seniorenzentrum nach Wegscheid zu bringen und gleichzeitig lehnte der Gemeinderat einstimmig einen Antrag auf Einhaltung der Mindestbreiten der Bürgersteige in der Marktstraße ab.
Es wird künftig mehr Senior:innen im Ort geben, viele da...
Verdrängung ist allgegenwärtig. Überschwemmungen in der Marktgemeinde Wegscheid? Reihenweise Häuser, die im Starkregen absaufen? Große Schäden, die enorme Kosten für Private wie die Gemeinde und öffentliche Einrichtungen verursachen? Bürgermeister und Gemeinderät:innen sind wohl der Meinung, dass da...
Kein Zweifel, der Klimawandel macht um Wegscheid keinen Bogen. So erfreulich milde Winter sind, so folgenreich können verstärkt auftretende Starkregenereignisse sein. Den Kopf in den Sand zu stecken oder die Verantwortung allein den Hausbesitzern zuzuschieben ist keine Lösung. Die Gemeinde ist gefordert, auch wenn das manchen Bürgermeister:innen und Gemeinderät:innen nicht gefallen mag. Die Bayerische Klimaanpassungsstrategie (BayKLAS) formulierte bereits 2016 unmissverständlich: Den Kommunen kommt als Trägern der kommunalen Planungshoheit eine große Verantwortung für Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu.
(4.9, S. 38)